Sichtbarkeit
Warum Ihr Betrieb bei Google unsichtbar ist
7 Minuten LesezeitGoogle & SichtbarkeitLokale Suche
Der Betrieb läuft. Die Arbeit ist gut. Wer einmal da war, kommt wieder und empfiehlt Sie weiter. Und trotzdem: Wer Sie noch nicht kennt, findet Sie nicht.
Das ist der Punkt, an dem viele Unternehmer zum ersten Mal an sich selbst zweifeln. Der Verdacht lautet dann meistens: Wir sind wohl nicht gut genug im Internet. Die Wahrheit ist unspektakulärer und deutlich beruhigender — Google bewertet Ihre Arbeit nicht. Google kann sie gar nicht sehen.
Eine Suchmaschine ist weder Prüfer noch Kunde. Sie ist ein Verzeichnis, das ununterbrochen dieselben Fragen beantworten muss: Wer macht das hier in der Nähe, hat gerade geöffnet, wirkt vertrauenswürdig und lässt sich in zwei Klicks erreichen? Wenn ein Betrieb auf diese Fragen keine ablesbare Antwort gibt, taucht er nicht auf. Nicht, weil er schlecht wäre, sondern weil er schweigt.
Die gute Nachricht: Fast alles, was zu diesem Schweigen führt, lässt sich reparieren. Und einen Teil davon können Sie diese Woche selbst erledigen — ohne fremde Hilfe und ohne uns. Der Reihe nach.
Sie werden nicht schlechter bewertet als der Wettbewerb. Sie werden gar nicht bewertet.
Warum Sie in der Liste nicht vorkommen
Die häufigsten Ursachen dafür, dass ein Betrieb bei der Suche schlicht fehlt. Keine davon hat mit der Qualität Ihrer Arbeit zu tun.
Es gibt keine Seite — oder eine von vorgestern
Ohne eigene Website hat Google nichts, worauf es verweisen könnte. Fast genauso wirkt eine Seite, die seit Jahren unverändert steht: alte Angaben, tote Unterseiten, ein Stand, der längst nicht mehr stimmt. Für eine Suchmaschine sieht ein stiller Betrieb aus wie ein geschlossener.
Das Google-Unternehmensprofil fehlt oder liegt brach
Der Eintrag mit Adresse, Öffnungszeiten und Bildern ist der sichtbarste Platz in der örtlichen Suche — er steht noch über den eigentlichen Ergebnissen. Wer ihn nie beansprucht hat, überlässt genau diesen Platz dem Wettbewerb. Ein unbestätigter Eintrag mit falschen Zeiten schadet dabei mehr, als er nützt.
Nirgendwo steht, wo Sie arbeiten
Fast jede Suche nach einem Betrieb hat einen Ort im Kopf, auch wenn niemand ihn mittippt. Wenn auf Ihrer Seite Stadt, Stadtteile und Einzugsgebiet nicht vorkommen, kann Ihnen niemand eine Gegend zuordnen — und dann werden Sie in keiner ausgespielt.
Es gibt keine Bewertungen — oder niemand antwortet darauf
Bewertungen sind der einzige Beweis, den ein Fremder ohne Sie prüfen kann. Ein Betrieb ohne jede Rückmeldung wirkt neu, auch nach zwanzig Jahren. Und wer nie antwortet, auch nicht auf die eine unfaire Bewertung, verschenkt den Moment, in dem Haltung sichtbar wird.
Und wenn doch jemand klickt: die drei Bremsen
Gefunden zu werden ist nur die erste Hälfte. Die zweite entscheidet sich in den ersten Sekunden auf Ihrer Seite.
Die Seite lädt zu langsam
Abends, im Mobilfunknetz, mit halbem Empfang zählt jede Sekunde. Passiert nach dem Tippen erst einmal nichts, geht der Suchende zurück zur Ergebnisliste und nimmt den nächsten Treffer. Der Interessent ist weg — und er kommt auf dieser Suche nicht zurück.
Am Telefon ist die Seite nicht zu bedienen
Zoomen, schieben, ein Menü, das sich nicht öffnen lässt, eine Telefonnummer, die als Bild eingebaut wurde: Was am Bürorechner ordentlich aussieht, kann auf dem Smartphone unbrauchbar sein. Und auf dem Smartphone fällt die Entscheidung.
Es steht kein lesbarer Text auf der Seite
Große Bilder, eine Zeile Begrüßung, sonst nichts — dann weiß niemand, was Sie eigentlich anbieten. Weder der Mensch, der in zehn Sekunden entscheidet, noch die Suchmaschine, die nur Text lesen kann. Was Sie können, muss dastehen. In Ihren Worten, nicht in Fachbegriffen.
Diese drei Punkte kosten am meisten, denn hier vertreiben Sie jemanden, der Sie längst gefunden hatte. Ein Klick zurück zur Ergebnisliste — und der nächste Betrieb bekommt das Gespräch, das Ihnen zugestanden hätte.
Wie Menschen heute wirklich suchen
Ihr künftiger Kunde recherchiert nicht am Schreibtisch. Er sitzt abends auf dem Sofa, das Smartphone vor sich, nebenbei läuft der Fernseher. Er tippt kurz und ungenau: zwei, drei Wörter, oft mit einem „in der Nähe“ am Ende. Er liest nicht, er überfliegt. Und er entscheidet in einer Reihenfolge, die für gute Betriebe unangenehm ist: erst Sichtbarkeit, dann Vertrauen, dann Qualität.
Wer auf dem ersten Bildschirm nicht vorkommt, wird nicht mit Ihnen verglichen. Er wird überhaupt nicht betrachtet. Das ist der Grund, warum der drittbeste Betrieb einer Stadt oft der beschäftigtste ist: Er war da, als jemand gesucht hat.
In Köln und im Rheinland kommt eine Eigenheit dazu: Hier wird selten nach der Stadt gesucht, sondern nach dem Viertel. Nippes, Ehrenfeld, Sülz, die Südstadt — und im Umland nach dem Ort, nicht nach dem Kreis. Wer nur „Köln“ auf seiner Seite stehen hat, verpasst genau die Suchen, bei denen jemand wirklich in der Nähe ist.
Und noch etwas: Auch Empfehlungen laufen inzwischen über Google. Wer Ihren Namen von einem Bekannten hört, tippt ihn ein, bevor er anruft. Was er dann findet, entscheidet über den Anruf — eine dünne oder veraltete Seite entwertet eine gute Empfehlung in Sekunden. Niemand sagt Ihnen, dass es passiert ist.
Um 22:41 Uhr konkurrieren Sie nicht mit dem besseren Betrieb, sondern mit dem sichtbareren.
Was Sie diese Woche selbst tun können
Sechs Schritte, für die Sie niemanden brauchen — ein ruhiger Abend genügt. Sie bringen den größten Teil dessen, was ohne ein eigenes Website-Projekt überhaupt erreichbar ist.
- Das Google-Unternehmensprofil beanspruchenSuchen Sie Ihren Betrieb bei Google und prüfen Sie, ob der Eintrag Ihnen gehört. Ist er nicht bestätigt, holen Sie ihn sich. Das ist der größte Hebel, den Sie ohne fremde Hilfe bewegen können — und er wirkt oft innerhalb weniger Tage.
- Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich schreibenWebsite, Google, Branchenverzeichnisse, soziale Netzwerke: Widersprüche kosten Vertrauen bei Menschen und Sicherheit bei Suchmaschinen. Feiertage und Betriebsferien gehören in den Eintrag, bevor jemand vor verschlossener Tür steht.
- Echte Fotos hochladen, keine SymbolbilderIhre Räume, Ihre Leute, Ihre Arbeit, der Eingang so, wie er von der Straße aussieht. Aufnahmen vom Smartphone genügen, wenn das Licht stimmt. Bilder beantworten die eine Frage, die kein Text beantwortet: Ist das hier echt?
- Um Bewertungen bitten — und auf jede antwortenFragen Sie zufriedene Kunden direkt nach dem Auftrag, solange der gute Eindruck frisch ist, am besten mit einem kurzen Link. Antworten Sie auf jede Rückmeldung in zwei Sätzen, ruhig und sachlich, gerade bei Kritik. Genau das liest der Nächste, der noch überlegt.
- Die eigene Seite auf dem Smartphone testenÖffnen Sie Ihre Website unterwegs, außerhalb des Betriebs-WLANs. Können Sie in zwei Klicks anrufen? Steht die Adresse da, ohne dass man sucht? Wo Sie selbst hängen bleiben, bleibt Ihr Kunde erst recht hängen — nur meldet er es Ihnen nicht.
- Aufschreiben, was Sie wirklich anbietenEine Liste Ihrer Leistungen in normalen Worten, so, wie Kunden am Telefon danach fragen. Diese Liste ist der Rohstoff für jede spätere Verbesserung — und schon sie auszuformulieren verändert, wofür Ihr Betrieb gefunden wird.
Das gilt auch, wenn Sie nie mit uns arbeiten.
Wo es Handwerk braucht
Alles Weitere lässt sich nicht nebenbei erledigen — nicht, weil es geheim wäre, sondern weil es Zeit, Werkzeug und Übung verlangt.
Ein gepflegtes Unternehmensprofil bringt Sie in die örtliche Suche. Weiter oben, dauerhaft und für mehr als nur Ihren Namen, kommen Sie damit nicht. Dafür muss die Website selbst mitarbeiten: schnell, geordnet, verständlich und regelmäßig gepflegt. Das ist keine Geheimwissenschaft, sondern Handwerk in vier Feldern.
Technik, die nicht bremst
Bilder in der richtigen Größe, sauber gebaute Seiten, schnelles Hosting, gültige Verschlüsselung. Tempo ist kein Gefühl, sondern messbar — und es lässt sich gezielt herstellen, statt darauf zu hoffen.
Struktur, die verstanden wird
Eine eigene Seite je Leistung statt einer Seite für alles, sinnvolle Überschriften, sprechende Adressen, klarer Ortsbezug, korrekte Angaben im Hintergrund. Das ist die Arbeit, die niemand sieht — und ohne die nichts passiert.
Text für zwei Leser gleichzeitig
Ihr Kunde will in zehn Sekunden wissen, ob er bei Ihnen richtig ist. Die Suchmaschine will wissen, worum es geht. Beides in einem Text zu lösen, ohne dass er nach Reklame klingt, ist Übungssache.
Dranbleiben nach dem Start
Sichtbarkeit ist kein Schalter, sondern ein Verlauf: beobachten, nachschärfen, ergänzen, wonach tatsächlich gesucht wird. Deshalb endet die Arbeit an einer Website nicht am Tag des Starts.
Wie das aussieht, hängt stark von der Branche ab. Für einen Handwerksbetrieb entscheidet die Anfragestrecke auf der Baustelle, für die Gastronomie die Speisekarte, die in Sekunden lädt, für Praxen und Therapeuten die Terminanfrage rund um die Uhr und für Berater und Dienstleister der Satz, der in einer Zeile sagt, wofür sie stehen.
Woran es bei Ihnen liegt, sieht man Ihrer Seite an
Die sieben Gründe oben sind die häufigsten — nicht automatisch Ihre. Welcher davon Ihren Betrieb ausbremst, lässt sich nicht raten. Man muss auf die Seite schauen, sie auf einem Smartphone öffnen, den Eintrag prüfen und nachsehen, was bei Ihren wichtigsten Suchbegriffen tatsächlich passiert.
Genau das machen wir kostenlos. Sie bekommen drei konkrete Punkte zu Ihrer aktuellen Website: was gerade Anfragen verhindert, was zuerst dran wäre und was Sie selbst erledigen können. Ohne Gegenleistung und unabhängig davon, ob Sie später mit uns bauen.
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